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Agb Kontrolle
ASecurityInhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen nach §§ 305–310 BGB – Einbeziehung (§ 305), überraschende Klauseln (§ 305c), Klauselverbote ohne Wertung (§ 309) und mit Wertung (§ 308), Generalklausel (§ 307), Anwendung im B2B-Verkehr (§ 310). Use when ein Vertragstext auf AGB-Wirksamkeit zu prüfen ist oder eine neue Klausel entworfen wird.
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- Added September 6, 2026
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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/borghei-agb-kontrolle)---
name: agb-kontrolle
description: "Inhaltskontrolle Allgemeiner Geschäftsbedingungen nach §§ 305–310 BGB – Einbeziehung (§ 305), überraschende Klauseln (§ 305c), Klauselverbote ohne Wertung (§ 309) und mit Wertung (§ 308), Generalklausel (§ 307), Anwendung im B2B-Verkehr (§ 310). Use when ein Vertragstext auf AGB-Wirksamkeit zu prüfen ist oder eine neue Klausel entworfen wird."
language: de
provider_variants:
- claude
- gemini
- openai
test: ./test.md
---
# /vertragsrecht:agb-kontrolle
## Zweck
AGB-Kontrolle ist Pflichtschritt jeder Vertragsprüfung in Deutschland. Standardvorlagen aus dem Internet halten häufig die §§ 307–309 BGB nicht ein. Dieser Skill liefert eine strukturierte Klauselprüfung mit Bezug auf BGH-Rechtsprechung und Standardkommentare.
## Eingaben
- Vertragsvorlage (B2C / B2B / gemischt)
- Branche (Onlineshop, IT-Dienstleistung, Mietvertrag, Beratung)
- Verhandlungssituation (vorformuliert vs. ausgehandelt — § 305 Abs. 1 S. 3 BGB)
- Klauseln, die fokussiert geprüft werden sollen (Haftungsbegrenzung, Gewährleistung, AGB-Änderung, Laufzeit, Verzugszinsen, salvatorische Klausel)
## Ablauf
### 1. Einbeziehung ([§ 305 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__305.html))
- Verweis erkennbar
- Möglichkeit zumutbarer Kenntnisnahme (insb. § 305 Abs. 2 BGB: deutlich sichtbarer Hinweis, Möglichkeit zur Kenntnisnahme)
- B2B: vereinfachte Einbeziehung, **aber** § 305c und §§ 307–309 BGB (über § 310 Abs. 1 S. 2 BGB) gelten weiter
### 2. Überraschende Klauseln ([§ 305c BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__305c.html))
Klauseln, mit denen der Vertragspartner nicht zu rechnen brauchte → werden **nicht Vertragsbestandteil**. Faustregel: ungewöhnlicher Ort + ungewöhnlicher Inhalt.
### 3. Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit ([§ 309 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__309.html))
Schwarze Liste — automatisch unwirksam in **B2C** (in B2B nur als Indiz):
- § 309 Nr. 7 Buchst. a: Haftungsausschluss für Leben/Körper/Gesundheit auch bei einfacher Fahrlässigkeit → **unwirksam**
- § 309 Nr. 7 Buchst. b: Haftungsausschluss für grobe Fahrlässigkeit → **unwirksam**
- § 309 Nr. 5: Pauschalierter Schadensersatz ohne Möglichkeit Geringfügigkeitsnachweis → **unwirksam**
Häufige Fallen: „nutzt der Vertragspartner die Software …, haftet der Anbieter für Datenverluste nur in Höhe von 100 EUR" → bei B2C glatt unwirksam.
### 4. Klauselverbote mit Wertungsmöglichkeit ([§ 308 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__308.html))
Graue Liste — unwirksam, soweit unangemessene Benachteiligung:
- Kein zu langer Annahmevorbehalt (§ 308 Nr. 1)
- Keine unangemessene Befristung (§ 308 Nr. 1a)
- Keine fingierten Willenserklärungen (§ 308 Nr. 5)
### 5. Generalklausel ([§ 307 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html))
**Auffangtatbestand.** Unangemessene Benachteiligung entgegen Treu und Glauben → unwirksam. Insbesondere bei:
- Abweichung vom dispositiven Recht (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB)
- Vertragszweckgefährdung (§ 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB)
- Transparenzgebot (§ 307 Abs. 1 S. 2 BGB) — sprachlich klar, verständlich, durchschaubar
### 6. B2B-Modifikation ([§ 310 Abs. 1 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__310.html))
§§ 308–309 gelten nicht direkt, aber **Indizwirkung**. § 305c, § 307 gelten unverändert. Im B2B wird häufiger gehalten, was im B2C scheitert — aber **nicht alles**.
### 7. Rechtsfolgen
Bei Unwirksamkeit: **kein** geltungserhaltende Reduktion ([§ 306 Abs. 2 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__306.html)). Lücke wird durch dispositives Recht aufgefüllt. Gesamtnichtigkeit nur ausnahmsweise (§ 306 Abs. 3 BGB).
## Quellen
### Statute
- [§§ 305, 305a, 305b, 305c BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__305.html)
- [§ 306 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__306.html), [§ 307 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html), [§ 308 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__308.html), [§ 309 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__309.html)
- [§ 310 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__310.html) (Anwendungsbereich)
### Kommentare
- Grüneberg, Palandt-Nachfolger, BGB, 83. Aufl. 2024, §§ 305 ff.
- Basedow, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2023, § 305 Rn. 1 ff.
- Wurmnest, in: MüKoBGB, 9. Aufl. 2023, § 307 Rn. 1 ff.
### Rechtsprechung
- BGH, Urt. v. 22.11.2012 – VII ZR 222/12, NJW 2013, 856 (Transparenzgebot) `[unverifiziert – prüfen]`
- BGH, Urt. v. 18.07.2012 – VIII ZR 337/11, NJW 2012, 3373 (Preisanpassungsklauseln) `[unverifiziert – prüfen]`
## Ausgabeformat
```
AGB-KONTROLLE — <Vertragstitel> — <Datum>
I. Einbeziehung (§ 305) [✅ / 🟡 / ❌]
II. Überraschende Klauseln (§ 305c) [✅ / ❌ — Liste]
III. Klauselverbote § 309 [✅ / ❌ — Liste]
IV. Klauselverbote § 308 [✅ / 🟡 — Liste]
V. Generalklausel § 307 [✅ / 🟡 / ❌ — Begründung]
VI. Transparenzgebot [✅ / 🟡]
VII. B2B-Modifikation (§ 310) [N/A / berücksichtigt]
Klauselbefund (pro problematischer Klausel):
Klausel: "<Wortlaut>"
Problem: <…>
Norm: §§ <…>
Empfehlung: <Neufassungsvorschlag>
Gesamtbefund: [🟢 / 🟡 / 🔴]
```
## Risiken / typische Fehler
- **Haftungspauschalisierung in B2C** ohne Differenzierung Fahrlässigkeitsgrade → unwirksam, voller dispositiver Schadensersatz.
- **Salvatorische Klausel** ohne Sinn → reicht nicht, da keine geltungserhaltende Reduktion möglich.
- **Verweis auf zusätzliche Bedingungen im Internet** ohne Einbeziehung → unwirksam (§ 305 Abs. 2 BGB).
- **AGB-Änderungsvorbehalt** ohne Zustimmungsfiktion und Widerspruchsfrist → unwirksam (§ 308 Nr. 5 BGB).
- **B2B-Vorlage als B2C-Vorlage missbraucht** → § 309-Liste schlägt durch.
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