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[](https://www.skillsdirectory.com/skills/ellmos-ai-problem-solving-training)
---
name: problem-solving-training
version: 1.0.0
type: skill
author: Lukas Geiger
created: 2026-03-12
updated: 2026-03-12
description: >
Strukturiertes Problemlösen in 6 Schritten nach D'Zurilla und Goldfried: Problemdefinition, Ziele, Brainstorming, Bewertung, Umsetzung und Rückblick.
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category: therapy
tags: [problemlösung, entscheidung, strukturiert, sechs-schritte, coping]
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# Problemloese-Training
> Strukturiertes Problemloesen in 6 Schritten nach D'Zurilla und Goldfried: Probleme systematisch angehen statt gruebelnd im Kreis drehen
Siehe: [ETHICS.md](../ETHICS.md)
**Siehe auch:** [decide](../../utilities/decide/SKILL.md) (Weighted Scoring, Eisenhower Matrix fuer komplexe Multi-Kriterien-Entscheidungen) | [behavioral-activation](../behavioral-activation/SKILL.md) (Aktivitaetenplanung bei Depression)
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## Kontext
Das Problemloese-Training (Social Problem-Solving, SPS) ist eine evidenzbasierte
Intervention aus der kognitiven Verhaltenstherapie. Es hilft Menschen, Probleme
systematisch und loesungsorientiert anzugehen statt sich in Gruebeln, Vermeidung
oder impulsivem Handeln zu verlieren.
Evidenz: Meta-Analysen zeigen signifikante Effekte bei Depression (d=0.83),
Angststoerungen und Stressbelastung (Malouff et al. 2007, Bell & D'Zurilla 2009).
**Hinweis:** Dies ist Unterstuetzung, kein Ersatz fuer professionelle Therapie.
**Niemals implementieren:** EMDR, Prolonged Exposure (PE), Narrative Exposure Therapy (NET)
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## 1. Problemloese-Orientierung
Bevor die eigentlichen Schritte beginnen, ist die innere Haltung entscheidend.
### Foerderliche Haltung
- "Probleme gehoeren zum Leben — sie sind loesbar"
- "Ich kann Schritt fuer Schritt vorgehen"
- "Es gibt selten nur eine richtige Loesung"
- "Nicht-Handeln ist auch eine Entscheidung — meist keine gute"
### Hinderliche Haltung
- "Das hat alles keinen Sinn"
- "Ich kann das sowieso nicht"
- "Es gibt keine Loesung"
- Impulsives Handeln ohne Nachdenken
- Vermeidung und Aufschieben
**Erster Schritt:** Die eigene Problemloese-Haltung reflektieren.
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## 2. Das 6-Schritte-Modell
### Schritt 1: Problem definieren
**Ziel:** Das Problem klar, konkret und bearbeitbar formulieren.
**Leitfragen:**
- Was genau ist das Problem? (Fakten, nicht Interpretationen)
- Wer ist beteiligt?
- Wann und wo tritt es auf?
- Warum ist es ein Problem fuer mich?
**Arbeitsblatt:**
```
PROBLEMDEFINITION
Situation: [Was passiert konkret?]
Beteiligte: [Wer ist beteiligt?]
Haeufigkeit: [Wie oft? Wann?]
Auswirkung: [Was macht es zum Problem?]
Konkrete Problemformulierung:
[...]
```
**Typische Fehler:**
- Problem zu vage ("Alles ist schlecht")
- Mehrere Probleme vermischen
- Loesung schon in die Formulierung packen
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### Schritt 2: Ziele festlegen
**Ziel:** Was soll nach der Problemloesung anders sein?
**SMART-Kriterien:**
- Spezifisch: Was genau?
- Messbar: Woran erkenne ich den Erfolg?
- Attraktiv: Warum will ich das?
- Realistisch: Ist es machbar?
- Terminiert: Bis wann?
**Arbeitsblatt:**
```
ZIELSETZUNG
Mein Ziel: [...]
Woran erkenne ich, dass ich es erreicht habe? [...]
Bis wann? [...]
Realistisch (0-10)? [...]
Wichtig fuer mich (0-10)? [...]
```
---
### Schritt 3: Alternativen sammeln (Brainstorming)
**Ziel:** Moeglichst viele Loesungsideen generieren — ohne sofortige Bewertung.
**Brainstorming-Regeln:**
1. Quantitaet vor Qualitaet — je mehr Ideen, desto besser
2. Keine Bewertung waehrend des Sammelns
3. Kreativ und ungewoehnlich denken ist erlaubt
4. Kombinieren und Variieren bestehender Ideen
**Arbeitsblatt:**
```
BRAINSTORMING
Loesungsideen (mindestens 5-8):
1. [...]
2. [...]
3. [...]
4. [...]
5. [...]
6. [...]
7. [...]
8. [...]
```
**Hilfsfragen:**
- "Was wuerde jemand tun, der dieses Problem nicht hat?"
- "Was habe ich frueher in aehnlichen Situationen gemacht?"
- "Was wuerde ich einem Freund raten?"
- "Was waere die mutigste Loesung?"
- "Was waere die einfachste Loesung?"
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### Schritt 4: Alternativen bewerten
**Ziel:** Vor- und Nachteile jeder Alternative systematisch abwaegen.
**Bewertungskriterien:**
- Wirksamkeit: Loest es das Problem?
- Machbarkeit: Kann ich es umsetzen?
- Zeitaufwand: Wie lange dauert es?
- Auswirkungen: Auf mich? Auf andere?
- Risiken: Was koennte schiefgehen?
**Arbeitsblatt:**
```
BEWERTUNGSMATRIX
| Alternative | Wirksamkeit (0-10) | Machbarkeit (0-10) | Aufwand (0-10) | Risiko (0-10) | Gesamt |
|-------------|-------------------|--------------------|--------------|--------------||--------|
| 1. [...] | | | | | |
| 2. [...] | | | | | |
| 3. [...] | | | | | |
Bevorzugte Loesung: [...]
Begruendung: [...]
```
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### Schritt 5: Umsetzen
**Ziel:** Die gewaehlte Loesung konkret planen und durchfuehren.
**Umsetzungsplan:**
```
AKTIONSPLAN
Gewaehlte Loesung: [...]
Konkrete Schritte:
1. [Was?] — [Wann?] — [Wo?]
2. [Was?] — [Wann?] — [Wo?]
3. [Was?] — [Wann?] — [Wo?]
Moegliche Hindernisse: [...]
Plan B: [...]
Unterstuetzung die ich brauche: [...]
Erster Schritt (heute/morgen): [...]
```
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### Schritt 6: Evaluieren
**Ziel:** Ergebnis pruefen und bei Bedarf nachsteuern.
**Evaluationsfragen:**
- Wurde das Problem geloest? (Ganz / teilweise / gar nicht)
- Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden? (0-10)
- Was hat gut funktioniert?
- Was wuerde ich naechstes Mal anders machen?
- Brauche ich einen neuen Versuch mit einer anderen Alternative?
**Arbeitsblatt:**
```
EVALUATION
Ergebnis: [Geloest / Teilweise / Nicht geloest]
Zufriedenheit (0-10): [...]
Was hat funktioniert: [...]
Was nicht: [...]
Naechster Schritt: [Abschluss / Neuer Versuch / Anderer Ansatz]
```
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## 3. Haeufige Probleme beim Problemloesen
| Problem | Abhilfe |
|---------|---------|
| "Ich weiss nicht, wo anfangen" | Zurueck zu Schritt 1, Problem kleiner formulieren |
| "Keine Loesung ist gut genug" | Perfektionismus hinterfragen, "gut genug" akzeptieren |
| "Ich trau mich nicht" | Kleinsten moeglichen Schritt identifizieren |
| "Es klappt nicht" | Evaluation: Was genau klappt nicht? Neuer Versuch |
| Problem ist zu gross | In Teilprobleme zerlegen, eins nach dem anderen |
| Emotionen blockieren | Erst Emotionsregulation (Atemtechnik, PMR), dann Problemloesen |
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## Ethik und Grenzen
**Ein KI-Assistent darf:**
- Durch die 6 Schritte fuehren und Arbeitsblatt-Struktur bereitstellen
- Brainstorming-Fragen stellen
- Bei der Bewertung von Alternativen unterstuetzen
- Fortschritt dokumentieren
**Ein KI-Assistent darf NICHT:**
- Loesungen vorgeben oder "die richtige Antwort" suggerieren
- Beziehungs- oder Lebensberatung im therapeutischen Sinne durchfuehren
- Bei schweren psychischen Belastungen alleinige Unterstuetzung sein
- Diagnosen stellen
**Bei Anzeichen akuter Krise IMMER verweisen auf:**
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222
- Psychiatrischer Notdienst: 112
- Krisenchat: krisenchat.de
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*Portiert aus BACH v3.8.0 | Standalone-Version*
*Quellen: D'Zurilla & Goldfried (1971), Nezu et al. (2013), Malouff et al. (2007) — Keine professionelle Therapie*