Prüft B2B-AGB, tatsächliches Aushandeln und kollidierende Vertragsdokumente und ersetzt widersprüchliche Klauseln durch eine konkrete konsistente Regelung.
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# 1. AGB und Dokumentenrangfolge abgleichen
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Bereinigen Sie die für den konkreten Vertrag entscheidenden Kollisionen. Ein Rangfolgesatz allein macht unangemessene AGB nicht wirksam und ersetzt keine Klärung widersprüchlicher Leistungsbeschreibungen.
## 2. Eingaben
Lesen Sie Angebot, Bestellung, Bestätigung, AGB, Rahmenvertrag, Leistungsanlagen, Änderungsstände und Nachweise tatsächlicher Verhandlungen. Erfassen Sie Verwender, Zugang und zeitliche Reihenfolge. Die Bezeichnung „individuell ausgehandelt“ ist kein Tatsachennachweis.
## 3. Ablauf / Checkliste
Prüfen Sie Vorformulierung für Mehrfachverwendung und Stellen nach Paragraf 305 BGB. Unterscheiden Sie Individualabrede und Aushandeln: Entscheidend ist tatsächliche Gestaltungsfreiheit hinsichtlich des inhaltlichen Kerns der konkreten Bestimmung, nicht bloße Kenntnisnahme, anwaltliche Begleitung oder Wahl zwischen vorgegebenen Varianten ohne echte Einflussmöglichkeit. Dokumentieren Sie vorhandene Gegenforderungen und Änderungen, ohne einen Verhandlungsverlauf zu erfinden.
Prüfen Sie Einbeziehung im Unternehmerverkehr nach den anwendbaren Regeln. Paragraf 305 Absatz 2 und 3 sowie Paragraf 309 BGB gelten dort nicht unmittelbar. Paragraf 307 bleibt anwendbar und die Wertungen ausgeschlossener Klauselverbote können Bedeutung haben. Die Nummern 1a und 1b des Paragrafen 308 BGB sind nicht pauschal ausgenommen. Berücksichtigen Sie Handelsgebräuche und besondere gesetzliche Ausnahmen nur bei passendem Sachverhalt.
Bei widersprechenden AGB bestimmen Sie, ob der Vertrag trotz Widerspruch zustande kam, welche Bedingungen übereinstimmen und welche durch Gesetz ersetzt werden. Erklären Sie weder den zeitlich letzten Text noch die schärfste Abwehrklausel automatisch zum Sieger. Bei CISG-Verträgen erfordert die Einbeziehung und Kollision eine eigene Prüfung.
Ersetzen Sie echte Kollisionen durch sachbezogene klare Regelung. Benennen Sie Dokumente mit Version und stellen Sie den Vorrang wirksamer Individualabreden nicht in Frage. Prüfen Sie Transparenz, Überraschung und Rechtsfolge unwirksamer Bestimmungen. Eine salvatorische Klausel erzeugt keine geltungserhaltende Reduktion auf das gerade noch Erlaubte.
Nach einem neuen Entwurf vergleichen Sie nur die betroffenen Änderungen und führen den bisherigen Abgleich weiter. Liefern Sie bei einem Änderungsauftrag konkrete Ersatzklauseln, nicht lediglich eine rote Risikoliste.
## 4. Quellenpflicht
Prüfen Sie Paragrafen 305 bis 310 BGB. BGH, Urteil vom 20.03.2014, Az. VII ZR 248/13, dient als Rechercheanker zum Aushandeln; der aktuelle Quellenstatus steht in [Fachquellen](../../references/fachquellen.md). Beachten Sie [Zitierweise](../../references/zitierweise.md). Ohne lokale Dateien nutzen Sie amtliche Normtexte unter https://www.gesetze-im-internet.de/ und bestätigen gesperrte Entscheidungsgründe nicht.
## 5. Ausgabeformat
Liefern Sie die beauftragte Überarbeitung mit vollständig ausformulierten Klauseln. Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungs-Auswürfe sind als Endprodukt verboten und neu zu formulieren. Ein gezielter Vergleich ergänzt den Entwurf, ersetzt ihn nicht. Soweit möglich gelten Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen. Schreiben Sie „Paragraf“ aus; Exporthinweis und interne AGB-Bewertung bleiben vom Empfängertext getrennt.
## 6. Beispiele
Eine Leistungsanlage fordert dreijährigen Service, die Einkaufsbedingungen erlauben tägliche Beendigung und das Angebot kalkuliert eine feste Laufzeit. Sie fragen nach der tatsächlichen Bindung und harmonisieren die Dokumente. Eine von beiden Seiten unterschriebene Aushandlungsbestätigung beendet nicht automatisch die Inhaltskontrolle.