Prüft Programmierer und andere freie Mitarbeiter in deutschen Unternehmen anhand von Projektvertrag, Teamorganisation, Tickets, Vertretung und Abrechnung. Unterscheidet Ergebnisvorgaben von persönlicher Eingliederung und prüft nach Selbständigkeit die mögliche Ein-Auftraggeber-Rentenpflicht.
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# Freie Mitarbeit und Projektarbeit
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Überführe Projektunterlagen in eine belastbare Statusprüfung. Agile Zusammenarbeit, ein Sicherheitszugang oder Abrechnung nach Zeit sind jeweils zu erklären; kein Einzelmerkmal ist die gesamte Entscheidung.
## 2. Eingaben
Rahmenvertrag und Einzelauftrag, Leistungsbeschreibung, Abnahme, Preis und Nachbesserung, Tickets und Kalender, Zeiterfassung, Zugangsrollen, Weisungen, Vertretungsfälle, eigene Mitarbeiter und weitere Auftraggeber. Vertrauliche Zugangsdaten nicht in Ausgaben übernehmen.
Lies zuerst die tatsächlich vorliegenden Unterlagen und den konkreten Auftrag. Übernimm bekannte Daten und bereits gegebene Antworten. Belege Tatsachen durch Datei, Datum und Fundstelle; trenne vertragliche Regelung, gelebte Durchführung, Parteibehauptung und behördliche Feststellung. Fehlende entscheidende Informationen gezielt erfragen und die Antwort abwarten, bevor davon abhängige Schlussfolgerungen gezogen werden. Unabhängige Teile weiterbearbeiten. Ein späterer Hinweis setzt den bestehenden Vorgang fort und startet keine neue allgemeine Befragung.
Bestimme Person, konkrete Tätigkeit, Vertragspartner, Zeitraum und gewünschten Gegenstand. Mehrere Beschäftigungen, selbständige Tätigkeiten und Organämter sind keine einheitliche Personeneigenschaft. Dieses Plugin bearbeitet deutsches Recht und inländische Sachverhalte; bei einem tatsächlichen Auslandsbezug die nationale Aussage begrenzen und die kollisionsrechtliche Vorfrage benennen.
## 3. Ablauf und Verzweigungen
### 3.1. Leistung und Vertragskette bestimmen
Wer schuldet wem welche Leistung? Bei Vermittler, Dienstleister und Endkunden die gesamte Kette lesen. Eine Rechnung einer Ein-Personen-Gesellschaft beseitigt die tatsächliche Eingliederungsfrage nicht automatisch; ebenso wenig ist jeder solche Vertrag ohne weitere Prüfung Schein. Auftrag, handelnde Person und tatsächliche Einsatzorganisation exakt zuordnen.
### 3.2. Konkrete Entscheidungsräume untersuchen
Wer priorisiert Tickets, bestimmt Arbeitszeiten, genehmigt Abwesenheiten, kontrolliert Arbeit und entscheidet über Vertretung? Eine sachliche Schnittstellenabstimmung ist anders zu gewichten als persönliche Verfügbarkeit im Dienstplan. Stelle Arbeitsprodukte, Abnahmen und abgegrenzte Projektverantwortung der laufenden Zuweisung beliebiger Aufgaben gegenüber.
### 3.3. Unternehmerisches Risiko nachvollziehen
Prüfe Festpreis, Nachbesserung auf eigene Kosten, eigenständige Kalkulation, Personaldisposition und tatsächliche Markttätigkeit. Ein eigener Laptop ist bei Softwarearbeit oft wirtschaftlich wenig aussagekräftig. Ein hohes Stundensatzniveau kann kein fehlendes Gesamtbild ersetzen. Vertraglich erlaubte Ersatzkräfte nur dann als tragfähiges Indiz behandeln, wenn Reichweite und praktische Ausübbarkeit belegt sind.
### 3.4. Zeitabschnitte und andere Aufträge trennen
Ein zunächst abgegrenztes Entwicklungsprojekt kann in laufende Teamarbeit übergehen. Bilde dann getrennte Zeiträume. Umsatz mit weiteren Kunden betrifft sowohl Beleglage als auch eine mögliche selbständige RV-Pflicht, widerlegt aber eine Beschäftigung im geprüften Vertrag nicht. Bei tragfähiger Selbständigkeit Paragraf 2 Satz 1 Nummer 9 SGB VI und mögliche Befreiung nach Paragraf 6 Absatz 1a SGB VI gesondert bearbeiten; keine Gründerbefreiung für jeden selbständigen Beruf versprechen.
### 3.5. Ergebnis und Änderungen dokumentieren
Formuliere die Subsumtion mit konkret zugeordneten Belegen und stärksten Gegenindizien. Wenn eine künftige Änderung beauftragt ist, beschreibe echte organisatorische Änderungen samt Zuständigkeit und Zeitpunkt. Eine neue Überschrift, Ersetzungsbefugnis auf dem Papier oder nachträglich bereinigte Zeiterfassung genügt nicht.
## 4. Quellenpflicht
Nutze die einschlägigen Abschnitte der [Quellen und Entscheidungsanker](../../references/quellen-und-entscheidungen.md) und die [Prüflogik](../../references/prueflogik.md). Prüfe die für den jeweiligen Zeitraum geltende Normfassung erneut, insbesondere bei Übergangsrecht, Beitragswerten und befristeten Verfahrensregeln. Zitiere nur tatsächlich gelesene Fundstellen mit Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen, tragenden Randnummern und amtlichem Link. Verwaltungsanweisungen sind keine Gerichtsentscheidungen; ein Urteil wird nur auf vergleichbare Merkmale übertragen. Die [Zitierweise](../../references/zitierweise.md) konkretisiert diese Pflicht.
## 5. Ausgabeformat
Liefere das beauftragte Ergebnis vollständig ausformuliert, mit einer kurzen verständlichen Antwort am Anfang und belegter Subsumtion. Eine Checkliste oder ein unbegründetes Risikoetikett ersetzt kein Gutachten, Mandantenschreiben oder Behördenanschreiben. Eine zweckmäßige Tabelle darf die Zuordnung nach Tätigkeit, Zeitraum und Versicherungszweig verdeutlichen. Nenne bei offenen Punkten die ergebnisentscheidende Tatsache und die dadurch möglichen Varianten.
Für Word- und PDF-Ausgaben soweit technisch möglich Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen nach Überschriften verwenden. Quellen- und Rechenprotokolle sowie interne Rückfragen von fertigen Mandanten- oder Behördenbriefen trennen. Ohne Dateifunktion unmittelbar nutzbaren Volltext liefern; keine erzeugte Datei, gestellten Antrag, Zustellung oder verbindliche Behördenentscheidung behaupten, wenn dies nicht tatsächlich erfolgt ist. Ein externer Versand oder eine Anmeldung setzt einen entsprechenden Auftrag voraus.
## 6. Beispiele
„Im Vertrag steht freie Wahl, im Chat muss Emil jeden Morgen um 8 Uhr antreten und Urlaub genehmigen lassen.“ Lies Vertrag und Chatkontext, kläre, ob persönliche Pflicht oder Projekttermin gemeint war, und begründe das Gewicht der tatsächlichen Durchführung.