Erstellt einen ausformulierten Versammlungsleitfaden für GmbH und UG, führt tatsächliche Sitzungsangaben zu einem Protokoll zusammen und bereitet konkrete Vollzugsschritte vor. Trennt geplante Sprechtexte, beobachtete Vorgänge und offene Nachweise.
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description: Erstellt einen ausformulierten Versammlungsleitfaden für GmbH und UG, führt tatsächliche Sitzungsangaben zu einem Protokoll zusammen und bereitet konkrete Vollzugsschritte vor. Trennt geplante Sprechtexte, beobachtete Vorgänge und offene Nachweise.
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# Protokoll und Vollzug vorbereiten
## 1 Zweck und Anwendungsfall
Liefern Sie nach Verfahrensstand entweder einen Leitfaden mit ausformulierten Sprechtexten und offenen Erfassungsfeldern oder eine Niederschrift der tatsächlich berichteten Versammlung. Ergänzen Sie die beauftragte Vollzugsplanung. Ein Leitfaden kann während der Sitzung zur Protokollgrundlage werden; vorformulierte Sätze werden dadurch jedoch nicht automatisch zu geschehenen Tatsachen.
## 2 Eingaben
Lesen Sie Satzung, konsolidierte Tagesordnung, Einladung samt Nachweisen, Beschlussfassungen, Anlagen, Vollmachten und einschlägige Format-Zustimmungen. Für die Niederschrift benötigen Sie tatsächliche Teilnehmer, Zeitangaben, Stimmabgaben, Leitungsentscheidungen, Rügen und berichtete Unterbrechungen. Bereits vorhandene Abstimmungsbögen werden übernommen und auf Widersprüche geprüft. Fragen Sie gezielt nach fehlenden Vorgängen, die den Protokollinhalt ändern.
## 3 Ablauf / Checkliste
### 3.1 Den Dokumentstatus eindeutig setzen
Bezeichnen Sie einen geplanten Ablauf als „Versammlungsleitfaden – vor der Sitzung“ und die aus tatsächlichen Angaben erstellte Fassung als „Protokollentwurf“. Setzen Sie Datum, Version und Erkenntnisstand hinzu. Bereits feststehende Stammdaten dürfen ausgefüllt werden; Eröffnung, Anwesenheit, Rügeverzicht, Beschlüsse und Unterschriften bleiben bis zum entsprechenden Nachweis offen.
Verwenden Sie vor der Sitzung Formulierungen wie „Vorgesehener Sprechtext“ oder „Nach der Erhebung einzutragen“. Schreiben Sie nicht „alle Gesellschafter waren anwesend“ oder „es wurden keine Einwände erhoben“, wenn dies lediglich erwartet wird. Der spätere Wechsel zum Protokoll verlangt den Abgleich jedes solchen Felds mit den mitgeteilten Ereignissen.
### 3.2 Eröffnung und Verfahren vorbereiten
Formulieren Sie einen zur konkreten Versammlung passenden Eröffnungstext. Leiten Sie Bestimmung und Aufgaben von Leitung und Protokollführung aus den maßgeblichen Regeln ab. Prüfen Sie eine Befugnis zur verbindlichen Beschlussfeststellung gesondert; ein Textbaustein darf die strittige rechtliche Grundlage nicht ersetzen.
Sehen Sie die Erfassung von Teilnehmern, Anteilen, Vertretung, Vollmachtsnachweisen, Einberufung, tatsächlichen Zugangshinweisen, Format-Zustimmungen und Einwänden vor. Die bloße Anwesenheit wird nicht als allgemeiner Rügeverzicht protokolliert. Trennen Sie eine ausdrücklich erklärte Zustimmung zu einem Verfahren von einer Zustimmung zum späteren Sachbeschluss.
### 3.3 Jeden Gegenstand vollständig führen
Verknüpfen Sie Tagesordnungspunkt, konkreten Beschlusstext und genaue Anlagenfassung. Formulieren Sie die Einführung und den Abstimmungsaufruf. Lassen Sie Felder für die tatsächliche Aussprache, Änderungsanträge, Stimmrechtskonflikte, Stimmabgaben, Rechenbasis, Erklärung der Leitung und zu Protokoll gegebene Erklärungen offen.
Bei streitigen Stimmen enthält der Leitfaden die relevanten Alternativrechnungen als Prüfungshilfe. Das Protokoll übernimmt zusätzlich das tatsächlich verkündete Ergebnis und die dagegen erhobenen Einwände. Verwechseln Sie interne Rechenvarianten nicht mit beschlossenen Alternativen. Nutzen Sie hierzu bei Bedarf den Skill `stimmen-und-beschluesse-dokumentieren`, ohne andere bereits erledigte Arbeit zu wiederholen.
Bei Unterbrechungen, Abwesenheit oder Verbindungsabbrüchen dokumentieren Sie Zeitpunkt und betroffene Verfahrenshandlungen. Ein unvollständiger Mitschnitt wird nicht durch einen erwarteten Verlauf aufgefüllt. Wörtliche Zitate verwenden Sie nur, wenn ihr Wortlaut belegt ist; andernfalls geben Sie den berichteten Inhalt als solchen wieder.
### 3.4 Aus den tatsächlichen Angaben die Niederschrift bilden
Ersetzen Sie vorbereitete Sprechtexte nur dort durch Vergangenheitsdarstellungen, wo der Ablauf berichtet oder anderweitig belegt ist. Gleichen Sie Stimmen und Zeiten ab. Markieren Sie Widersprüche zwischen Notizen, Entwürfen und Erklärungen der Beteiligten und holen Sie den entscheidenden Nachweis ein. Eine einseitige Notiz wird nicht zur Einigung aller Beteiligten umformuliert.
Prüfen Sie satzungsmäßige Anforderungen an Unterzeichnung und Protokollierung. Bei der Einpersonengesellschaft beachten Sie die unverzügliche aufzunehmende und zu unterschreibende Niederschrift nach § 48 Abs. 3 GmbHG. Treffen Sie keine allgemeine Aussage, jede PDF-Signatur genüge für jeden Zweck. Beurkundung, Beglaubigung, gesetzliche Schriftform, Textform und bloße Beweissicherung sind getrennt zu behandeln.
Bei Korrekturen einer bereits versandten Niederschrift dokumentieren Sie den Änderungsgrund und die neue Fassung. Ändern Sie tatsächlich abgegebene Stimmen oder verkündete Ergebnisse nicht rückwirkend, nur weil ihre Bewertung oder Berechnung fehlerhaft war. Ein Berichtigungsvermerk und gegebenenfalls ein neuer Beschluss sind verschiedene Instrumente.
### 3.5 Den Vollzug konkret vorbereiten
Erstellen Sie nur die aus den tatsächlichen Beschlüssen folgenden Schritte. Unterscheiden Sie Beschluss, erforderliche notarielle Beurkundung, Registeranmeldung, Registereintragung, Vertragsunterzeichnung und tatsächliche Umsetzung. Eine Satzungsänderung wird nicht allein durch Abstimmung oder Protokollunterschrift wirksam.
Bei Geschäftsführerwechseln prüfen Sie Anmeldung und erforderliche Nachweise nach § 39 GmbHG und die registerrechtliche Form. Benennen Sie die zuständigen anmeldenden Personen anhand des Falls; der Notar beglaubigt beziehungsweise beurkundet im erforderlichen Umfang und reicht ein. Ein intern vorbereiteter Registertext ist keine erfolgte Anmeldung. Eine Gesellschafterliste wird nur bei entsprechendem Anlass und durch die nach § 40 GmbHG zuständige Person veranlasst; der Wechsel der Geschäftsführung allein ändert keine Beteiligung.
Bei Anstellungsverträgen ordnen Sie die tatsächlich erteilte Abschlussvollmacht und freigegebene Vertragsfassung zu. Prüfen Sie bei Formbedürftigkeit die notarielle Umsetzung vor Vollzugsbehauptungen. Erfassen Sie bei einem Streit konkrete zeitkritische Prüfaufträge; übernehmen Sie keine allgemeine aktienrechtliche Monatsfrist für jeden GmbH-Beschlussmangel.
### 3.6 Ergebnis und externe Handlung trennen
Liefern Sie das Protokoll und die beauftragten Begleitschreiben fertig formuliert. Stellen Sie den Versand an Gesellschafter oder Notariat als vorbereiteten Schritt dar, solange kein Auftrag und kein tatsächlicher Versand vorliegen. Bereits erteilte einschlägige Aufträge müssen nicht erneut abgefragt werden; sie rechtfertigen aber keine zusätzlichen rechtsgestaltenden Erklärungen. Verwenden Sie bei Bedarf die [Ausgabe-Bausteine](../../references/ausgabe-bausteine.md).
## 4 Quellenpflicht
Beachten Sie [Zitierweise](../../references/zitierweise.md), [Rechtsgrundlagen](../../references/rechtsgrundlagen.md) und [Rechtsprechung](../../references/rechtsprechung.md). Belegen Sie Form, Bindungswirkung und Vollzugsanforderungen im internen Vermerk. Im Protokoll haben tatsächliche Erklärungen und Abläufe Vorrang vor juristischen Lehrsätzen. Geben Sie die Quelle eines ungeklärten Vorgangs an, statt einen scheinbar eigenen Sitzungsbericht zu verfassen.
## 5 Ausgabeformat
Liefern Sie den vollständig ausformulierten Leitfaden oder Protokollentwurf mit passenden Anlagen und einer Vollzugstabelle aus Maßnahme, Verantwortlichkeit, konkretem Anlass, Termin und Nachweisstand. Skelette, Halbsätze und reine Aufzählungs-Auswürfe sind als Endprodukt verboten. Offene Erfassungsfelder sind im vor der Sitzung bestimmten Leitfaden zulässig; das Dokument muss um sie herum bereits benutzbare vollständige Sprech- und Beschlusstexte enthalten.
Formatierte Dokumente verwenden, soweit technisch möglich, Times New Roman 11 pt und ausschließlich dezimale Gliederung. Bei Chat- oder Markdown-Ausgabe gehört ein getrennter Exporthinweis außerhalb des eigentlichen Dokuments. Behaupten Sie keine Unterzeichnung, Beurkundung, Versendung oder Registereintragung, die nicht nachgewiesen ist.
## 6 Beispiele
### 6.1 Leitfaden für nächste Woche
„Machen Sie das Protokoll schon fertig; es stimmen bestimmt alle zu.“ Erstellen Sie einen vollständigen Leitfaden mit Beschlusstexten und offenen Abstimmungsfeldern. Tragen Sie keine künftige Einstimmigkeit, Rügefreiheit oder Unterschrift als Tatsache ein.
### 6.2 Unterschiedliche Sitzungsnotizen
„Meine Notiz sagt 60 Ja, die andere 50. Der Versammlungsleiter hat angenommen verkündet.“ Halten Sie die Verkündung als berichtete Tatsache fest, kennzeichnen Sie den Widerspruch bei der Auszählung und fragen Sie nach dem Stimmnachweis. Schreiben Sie nicht rückwirkend eine neue Verkündung in den ursprünglichen Ablauf.