Prüft deutsche Sozialversicherung von Beschäftigungsstatus über einzelne Versicherungszweige bis zu Beiträgen und Befreiungen. Hauptskill für gemischte Fälle mit Geschäftsführern, Lehrkräften, freien Mitarbeitern und Versorgungswerk. Erstellt einen belegten Gesamtbefund und führt Rückfragen im selben Vorgang fort.
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# Sozialversicherungspflicht prüfen
## 1. Zweck und Anwendungsfall
Führe die gesamte Prüfung selbst zu einem verwendbaren Ergebnis. Wähle nur die tatsächlich einschlägigen Vertiefungen; der Nutzer muss weder zehn Skills durchlaufen noch seine Daten mehrfach eingeben. Unterscheide vier Fragen: Wie ist die konkrete Tätigkeit rechtlich einzuordnen? Welche Versicherungspflicht folgt daraus in welchem Zweig? Greift Versicherungsfreiheit oder eine wirksame Befreiung? Wer schuldet welchen Beitrag für welchen Zeitraum?
## 2. Eingaben
Aktueller Auftrag, Person und Rollen, Tätigkeitsbeginn und Veränderungen, Verträge und tatsächliche Arbeit, Gesellschaftsunterlagen, Versicherungs- und Befreiungsbescheide, Beitragsnachweise sowie gegebenenfalls Behördenpost mit Bekanntgabebeleg. Fordere nicht alle Unterlagen gleichzeitig an, wenn ein engerer Auftrag daraus bereits bearbeitet werden kann.
Lies zuerst die tatsächlich vorliegenden Unterlagen und den konkreten Auftrag. Übernimm bekannte Daten und bereits gegebene Antworten. Belege Tatsachen durch Datei, Datum und Fundstelle; trenne vertragliche Regelung, gelebte Durchführung, Parteibehauptung und behördliche Feststellung. Fehlende entscheidende Informationen gezielt erfragen und die Antwort abwarten, bevor davon abhängige Schlussfolgerungen gezogen werden. Unabhängige Teile weiterbearbeiten. Ein späterer Hinweis setzt den bestehenden Vorgang fort und startet keine neue allgemeine Befragung.
Bestimme Person, konkrete Tätigkeit, Vertragspartner, Zeitraum und gewünschten Gegenstand. Mehrere Beschäftigungen, selbständige Tätigkeiten und Organämter sind keine einheitliche Personeneigenschaft. Dieses Plugin bearbeitet deutsches Recht und inländische Sachverhalte; bei einem tatsächlichen Auslandsbezug die nationale Aussage begrenzen und die kollisionsrechtliche Vorfrage benennen.
## 3. Ablauf und Verzweigungen
### 3.1. Gegenstand und zeitkritischen Stand klären
Beginne bei einer konkreten Frage mit ihrer Bearbeitung. Bei einem offenen Erstauftrag kläre Rolle des Auftraggebers, betroffene Tätigkeit, Zeitraum und etwaige Anhörung, Bescheide oder laufende Betriebsprüfung. Prüfe Fristen am tatsächlichen Dokument; verwechsle eine behördliche Antwortfrist nicht mit Widerspruchsfrist oder materieller Befreiungsfrist. Erstelle intern ein knappes Register der maßgeblichen Fassungen und Belege.
### 3.2. Status als eigene Vorfrage entscheiden
Untersuche nach Paragraf 7 Absatz 1 SGB IV Weisungsbindung und Eingliederung anhand der tatsächlichen Durchführung und wirksamen Rechtsbeziehungen. Beide Merkmale müssen nicht kumulativ vorliegen. Vertragstitel, Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuer, Homeoffice oder mehrere Auftraggeber entscheiden nicht allein. Für Geschäftsführer ist die rechtlich gesicherte gesellschaftsrechtliche Rechtsmacht zentral. Für gewöhnliche freie Mitarbeit sind Organisationsablauf und eigene unternehmerische Möglichkeiten konkret zu untersuchen. Lege die stärksten Gegenindizien offen, ohne Punkte zu addieren oder eine erfundene Prozentwahrscheinlichkeit zu vergeben.
### 3.3. Versicherung zweigweise prüfen
Prüfe Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und gesetzliche Unfallversicherung getrennt. Ein Ergebnis nach Paragraf 7a SGB IV ist grundsätzlich eine Feststellung des Erwerbsstatus, keine vollständige Beitrags- oder Befreiungsentscheidung. Selbständigkeit beseitigt insbesondere nicht die mögliche Rentenversicherungspflicht nach Paragraf 2 SGB VI, die Künstlersozialversicherung oder die Pflicht zu einer Kranken- und Pflegeabsicherung. Unterscheide gesetzlichen Pflichtversicherungstatbestand, Versicherungsfreiheit, antragsabhängige Befreiung und freiwillige Absicherung.
### 3.4. Passende Spezialfrage vertiefen
Nutze `geschaeftsfuehrer-und-gesellschaftermacht` bei GmbH/UG-Beteiligungen, `vorstaende-aufsichtsraete-und-organe` bei Organämtern, `lehrtaetigkeit-und-uebergang-127` bei Lehrenden und `freie-mitarbeit-und-projektarbeit` bei Projektverträgen. `selbststaendige-rentenversicherung` und `versorgungswerk-und-befreiung` schließen die Lücke zwischen Selbständigkeit beziehungsweise Berufszugehörigkeit und tatsächlicher Versicherungs- oder Befreiungslage. Vertiefe Beiträge erst auf dem geklärten Status- und Versicherungsmodell.
### 3.5. Offene Tatsachen gezielt auflösen
Stelle Fragen, deren Antworten das Ergebnis wirklich ändern: Welche Satzungsfassung war wann wirksam? Wer konnte Arbeitszeit, Vertretung oder Auftragsannahme tatsächlich bestimmen? Für welche Tätigkeit gilt der vorliegende Befreiungsbescheid? Welches Datum belegt den Eingang des Antrags? Begründe kurz, weshalb diese Angabe benötigt wird. Arbeite nach der Antwort im vorhandenen Befund weiter. Bei widersprüchlichen Unterlagen beide Fassungen mit ihrem jeweiligen Beweiswert prüfen; kein günstiges Dokument stillschweigend zur Wahrheit machen.
### 3.6. Rechtsfolge und Vorgehen konkret formulieren
Liefere pro Tätigkeit und Zeitraum den Statusbefund, die Ergebnisse je Zweig, die Reichweite vorhandener Bescheide, belegte oder noch offene Beiträge und den nächsten zuständigen Verfahrensschritt. Bei Streit die tragende Gegenposition und die zusätzlich benötigten Belege darstellen. Bereite auf Auftrag ein vollständiges Anhörungsschreiben, einen Statusantrag oder Widerspruch vor. Melde- und Zahlungsfragen bleiben sichtbar, auch wenn über den Status gestritten wird. Kein Gestaltungsvorschlag darf eine rückwirkend erfundene Vertragsdurchführung oder ein rückdatiertes Stimmrecht voraussetzen.
## 4. Quellenpflicht
Nutze die einschlägigen Abschnitte der [Quellen und Entscheidungsanker](../../references/quellen-und-entscheidungen.md) und die [Prüflogik](../../references/prueflogik.md). Prüfe die für den jeweiligen Zeitraum geltende Normfassung erneut, insbesondere bei Übergangsrecht, Beitragswerten und befristeten Verfahrensregeln. Zitiere nur tatsächlich gelesene Fundstellen mit Gericht, Entscheidungsart, Datum, Aktenzeichen, tragenden Randnummern und amtlichem Link. Verwaltungsanweisungen sind keine Gerichtsentscheidungen; ein Urteil wird nur auf vergleichbare Merkmale übertragen. Die [Zitierweise](../../references/zitierweise.md) konkretisiert diese Pflicht.
## 5. Ausgabeformat
Liefere das beauftragte Ergebnis vollständig ausformuliert, mit einer kurzen verständlichen Antwort am Anfang und belegter Subsumtion. Eine Checkliste oder ein unbegründetes Risikoetikett ersetzt kein Gutachten, Mandantenschreiben oder Behördenanschreiben. Eine zweckmäßige Tabelle darf die Zuordnung nach Tätigkeit, Zeitraum und Versicherungszweig verdeutlichen. Nenne bei offenen Punkten die ergebnisentscheidende Tatsache und die dadurch möglichen Varianten.
Für Word- und PDF-Ausgaben soweit technisch möglich Times New Roman 11 pt, ausschließlich dezimale Gliederung und Leerzeilen nach Überschriften verwenden. Quellen- und Rechenprotokolle sowie interne Rückfragen von fertigen Mandanten- oder Behördenbriefen trennen. Ohne Dateifunktion unmittelbar nutzbaren Volltext liefern; keine erzeugte Datei, gestellten Antrag, Zustellung oder verbindliche Behördenentscheidung behaupten, wenn dies nicht tatsächlich erfolgt ist. Ein externer Versand oder eine Anmeldung setzt einen entsprechenden Auftrag voraus.
## 6. Beispiele
„Ich bin im Versorgungswerk und Geschäftsführer mit 20 Prozent. Bin ich komplett befreit?“ Prüfe zuerst beide Tätigkeiten und den Bescheid. Die Mitgliedschaft ersetzt weder die gesellschaftsrechtliche Prüfung noch eine zweigbezogene Befreiungsentscheidung.
„Hier ist der Bescheid; bitte Widerspruch entwerfen.“ Lies Tenor, Rechtsgrundlage, Bekanntgabe und Begründung. Entwirf den Rechtsbehelf, kläre entscheidende Lücken und bearbeite die konkrete Zahlungswirkung; beginne nicht mit einem allgemeinen Fragebogen.